Lernen bedeutet Veränderung und diese findet im Kontext sozialer Kommunikation statt. Lern- und Kommunikationsorte wie Schulen, Hochschulen oder Weiterbildungseinrichtungen erhalten durch das Internet und soziale Netzwerke Konkurrenz. Informationen finden sich schneller im Netz und Blogger, Youtuber oder digitale Botschafter mit hoher Reputation sind zentrale „Bildungspersonen“.

Die reine Vermittlung von Content tritt zugunsten der attraktiven digitale Gestaltung der Lernprozesse mit ihren Gestaltern, die diese moderieren, in den Hintergrund (ein Beispiel sind die Versuche im Netz der Lern-Content-Generierung für Snapchat). Wichtig für Kids, Teenager aber auch Erwachsene werden Bildungsanbieter, die ihren durch die Digitalisierung veränderten Lernansprüchen „genügen“. Digitale Formate zeichnen sich durch Flexibilität, Selbststeuerung und soziale Kommunikation im Modus der sozialen Netzwerke aus.

Die Frage nach dieser „besten Bildungseinrichtung“ beginnt mit dem Kindergarten, reicht nicht nur seit der Bologna-Reform über die ganze Erwerbstätigkeit und mündet in die Zeit nach dieser. Die öffentliche Schule oder die öffentliche Universität sind auch durch die Digitalisierung keine „solitäre Bildungsmarke“ mehr, da sich der Bildungsmarkt liberalisiert hat und Bildungsunternehmen um ihrer Lerner, aber auch Unternehmen um ihre neuen Mitarbeiter werben müssen, die mit Marken sozialisiert werden.

Es geht in diesem Beitrag dann um diese Fragen:

1.    Wie lässt sich digitales informelles Lernen der Teens in formalisierte digitale Formate „übertragen“?

2.    Damit verbunden ist die Frage, wie digitale Lernformate im Kontext der Arbeitswelt 4.0 zu gestalten sind?

3.    Wo liegt der digitale Markenkern von Bildungseinrichtungen, die bisher die Digitalisierung als „Spiel“ unterschätzt haben?

4.    Und letztlich geht es dann um die Frage, wie wichtig digitale Bildungsmarken für eine moderne Bildung sind?

 

Mit diesen Fragen wird auf die Doppeldeutigkeit des Titels angespielt: Bilden sich die Teens und Arbeitnehmer von morgen selbst oder die digitalen Bildungsmarken? Hier ist eine Interdependenz zu beobachten, da informell im Internet (z. B. MOOCS) oder sozialen Medien (z. B. Twitter) gelernt wird und die Entwicklung einer digitalen Bildungsmarke den Gesetzmäßigkeiten der digitalen Medien folgen muss, also z. B. Markenbildung u. a. über das Konzept der „social friendship“ funktioniert. Und hier gibt es viel Aufholbedarf.

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